Gebäudegrün? GaLaBau!/ BGL-Messeauftritt mit Fokus auf Dach- und Fassadengrün

Bad Honnef/Nürnberg.- Warum ist Gebäudegrün wichtig für die Klimaanpassung unserer Städte? Was ist wichtig, damit diese Investition sich auszahlt? Welche Rolle spielen dabei die Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner? Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) hat bei seinem Auftritt „Zukunft grüner Lebensräume“ auf der Messe GaLaBau einen Fokus auf das Thema „Gebäudegrün“ gelegt. Auch Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar besuchte das Mikro-Modell einer grünen Stadt bei einer Pressetour am 15. September 2026.
Landschaftsarchitektin und -gärtnerin Mirja Gula (Mitgliedsbetrieb Thomas Heumann Gartenanlagen GmbH) zeigte bei der Führung, wie begrünte Gebäude und Plätze zu einem klimaangepassten, wasserspeichernden Stadtquartier zusammenwachsen können.
Wer durch dieses „Mini-Stadtviertel“ läuft und später von der begrünten Dachlounge hinunterschaut, ist mittendrin in einem grün-blauen, städtischen Mikrokosmos. Wasser, Gebäude, Pflanzen, Boden und Plätze verbinden sich zu einem stimmigen Stadtraum. „Genau darin liegt für den BGL eine zentrale Zukunftsaufgabe des Garten- und Landschaftsbaus: der Bau und die Pflege begrünter Dächer und Fassaden, die Schatten spenden, kühlen und neue Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen sein können“, sagt BGL-Präsident Thomas Banzhaf am Rande der Tour.
GRÜNE KERNKOMPETENZ
Doch Dach- und Fassadenbegrünungen sind keine fertigen Produkte: Pflanzen wachsen und konkurrieren, Substrate verändern sich, Be- und Entwässerung müssen kontrolliert, Vegetationskonzepte angepasst werden. Eine große Herausforderung sind auch die Wetterextreme im Klimawandel. Gebäudegrün ist ein lebendiges System. Wer hier gestaltet, der muss den Standort genau lesen können und ständig beobachten: Es gibt nicht die eine Lösung. „Aber das ist ja gerade unsere Stärke im GaLaBau: dieser Mix aus Fachwissen, auch über Dachbegrünung, die richtigen Pflanzen und Pflanzkonzepte, Retention und Bewässerung, Materialien, Technik und neue Entwicklungen“, so Mirja Gula.
DACHGRÜN ODER SOLARDACH? BEIDES!
Viele Menschen fragen sich aktuell: Soll ich die Dachfläche begrünen oder für Photovoltaik nutzen? Die Antwort lautet oft: beides! Denn Solar-Gründächer können Stromerzeugung mit Regenwasserrückhalt, Verdunstungskühle und Vegetation verbinden. Dafür müssen die Aufständerung von Solarmodulen, Pflanzenauswahl, Verschattung, Wasserhaushalt, Wartungswege, Pflege und einiges mehr aufeinander abgestimmt werden. Deshalb braucht Gebäudegrün fachliche Planung und dauerhafte Betreuung. Denn eine grüne Dachfläche kann nur dann viele Funktionen gleichzeitig übernehmen, wenn Pflanzen, Wasser und Technik als ein System gestaltet werden.
GALABAU IN EXPERTEN-GREMIEN ZU GEBÄUDEGRÜN
Die Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) gelten als maßstabsetzendes Regelwerk. Sie behandeln Planung, Ausführung und Unterhaltung ebenso wie Anforderungen an Baustoffe, Aufbauten und Pflanzen. Auch für Fassadenbegrünung gibt es eigene FLL-Richtlinien. An diesen Richtlinien arbeiten auch Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau maßgeblich mit.
„Gebäudegrün ist eine Investition in kühle, lebenswerte Städte im Klimawandel. Doch sie zahlt sich nur dann aus, wenn Dächer und Fassaden mit grüner Kernkompetenz angelegt, bepflanzt und gepflegt werden“, so BGL-Präsident Thomas Banzhaf./BGL
Foto1: Gebäudegrün? GaLaBau! Der BGL-Messeauftritt „Zukunft grüner Lebensräume“ integriert begrünte Dächer und Fassaden als zentralen Bestandteil grün-blauer Stadtentwicklung und zeigt: „Grüne Expertise“ ist entscheidend, damit sich Investitionen in Gebäudegrün dauerhaft auszahlen. (Foto: Karmann/BGL)
Fotos2,3,4,5: GaLaBau-Betrieb mit ausgezeichneter Dachgrün-Expertise: Mitgliedsbetrieb HEIDEL Garten- und Landschaftsbau in Sachsen hat sich auf Dachbegrünungen spezialisiert. Dafür wurden die beiden Geschäftsführerinnen Stefanie Heise und Nadine Friedel 2026 mit dem BuGG-Award „Gründach des Jahres“ ausgezeichnet (Foto5). Diese Fotos zeigen Dachgrün-Projekte der Firma HEIDEL Garten- und Landschaftsbau. (Fotos: Rottenkolber/BGL)
Gebäudegrün? GaLaBau!/
Fakten zu Gebäudegrün
- In Deutschland wurden 2024 rund neun Millionen Quadratmeter Dachfläche (extensiv und intensiv) neu begrünt. Bei Fassaden kamen rund 140.000 Quadratmeter hinzu. Es gibt keine Zahlen, die belegen würden, dass es in einem anderen Land mehr Dachbegrünungen gibt.
-Insgesamt gibt es nach Schätzungen des Bundesverbandes GebäudeGrün e. V. (BuGG) inzwischen zwischen 170 und 200 Millionen Quadratmetern begrünte Dachfläche (inkl. Extensiv-, Intensiv- und Tiefgaragenbegrünung).
- Trotzdem bleibt das Potenzial groß: Nur rund 13 Prozent der 2024 neu entstandenen Flachdachflächen wurden begrünt. Anders gesagt: Von zehn neuen Flachdach-Quadratmetern blieben neun Quadratmeter ohne Grün in 2024.
(Quelle: BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2025)
WAS GRÜNE DÄCHER UND FASSADEN LEISTEN KÖNNEN
Professionell geplante, gebaute und gepflegte Dach- und Fassadenbegrünungen können:
1. Gebäude und Quartiere kühlen, weil Pflanzen verschatten und Wasser verdunsten.
2. Regenwasser speichern und verzögert abgeben – wichtig bei Starkregen und für das Prinzip der Schwammstadt.
3. Kanalisation und Entwässerung entlasten, weil weniger Wasser sofort oberflächlich abfließt.
4. Trinkwasser und Kosten sparen helfen, wenn gespeichertes Regenwasser für Bewässerung genutzt wird; je nach kommunaler Satzung können zudem Abwassergebühren sinken.
5. Artenvielfalt fördern, wenn geeignete Pflanzen Lebens- und Nahrungsräume für Insekten und andere Tiere schaffen – und sogar neue, grüne Stadträume für Menschen.
6. Gebäude schützen, etwa indem Dachbegrünungen Abdichtungen vor UV-Strahlung und extremen Temperaturschwankungen abschirmen.
7. Neue Lebens- und Aufenthaltsräume schaffen: vom begrünten Hof bis zum Dachgarten, Vertikalgrün und Dachlounge.
8. Das passende Pflanzkonzept auf dem Dach verbessert die Leistung der Solarpaneelen – und umgekehrt.
Quellen/Links:
- GaLaBau Bundesverband - GaLaBau
- Heidel Garten- und Landschaftsbau (Sachsen) ist einer der Mitgliedsbetriebe, die sich auf Dachbegrünung spezialisiert haben: Weil jedes Dach mehr kann – ein Gespräch mit Stefanie Heise und Nadine Friedel - GaLaBau-Blog
- Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL): Bauwerksbegrünung - FLL
- BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2025, Berlin 2025 (Abruf: 10.09.2026):
BuGG-Marktreport Archiv - BuGG e.V.
BGL und grüne Branche – Zahlen und Fakten
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) ist ein Wirtschafts- und Arbeitgeberverband. Er vertritt die Interessen des deutschen Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus auf Bundesebene und in Europa. In seinen elf Landesverbänden sind 4.254 vorwiegend kleine und mittlere Mitgliedsunternehmen organisiert. Als Dienstleister sind sie am geschützten Signum mit dem Zusatz „Ihre Experten für Garten & Landschaft“ zu erkennen und bieten maßgeschneiderte, individuelle Lösungen rund ums Bauen mit Grün. Damit erzielen die Mitgliedsbetriebe zurzeit rd. 63 Prozent des gesamten Marktumsatzes in Deutschland.
Der Gesamtumsatz der grünen Branche stieg 2025 auf nominal rund 11,11 Milliarden Euro. Diesen Meilenstein setzten die 19.898 Fachbetriebe mit insgesamt 131.746 Beschäftigten in Form von vielfältigen Dienstleistungen um: Mit hoher Kompetenz planen, bauen, entwickeln und pflegen sie Grün- und Freianlagen aller Art im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich.
Ansprechpartnerin:
Katrin Block (Pressesprecherin)
Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.
Alexander-von-Humboldt-Straße 4, 53604 Bad Honnef
Tel: 02224 7707-17, E-Mail: k.block@galabau.de
https://www.galabau.de/
Alle BGL-Pressemitteilungen sind hier abrufbar: https://www.galabau.de/pressemitteilungen.aspx
Folgen Sie uns gern auf Social Media: Social Media im Bundesverband Garten Landschaft und Sportplatzbau e V - GaLaBau
zurück