Grün ist mehr als schön: Bundeskongress der grünen Fachverbände 2026 in Frankfurt
Von links nach rechts: Rüdiger Dittmar, Präsident der Gartenamtsleiterkonferenz; Hajo Hinrichs, Präsident des Bunds deutscher Baumschulen; Karsten Möring, Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822; Prof. Dr. Ulrich Kias, Präsident der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau; Thomas Banzhaf, BGL; Prof. Dr. Bettina Oppermann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und LandschaftskulturVom 10. bis 13. Juni 2026 wurde Frankfurt am Main zum Treffpunkt der grünen Fachwelt: Im Zoogesellschaftshaus kamen Expertinnen und Experten aus Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Medizin, Politik, Verwaltung, kommunalem Grünflächenmanagement, Wissenschaft und Praxis zum gemeinsamen Bundeskongress der grünen Fachverbände 2026 zusammen. Das Motto: „Wert des Grüns – gesundheitliche und soziale Potenziale“. Veranstaltet und organisiert wurde der Kongress von der GALK – Gartenamtsleiterkonferenz gemeinsam mit weiteren grünen Fachverbänden.
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die für Städte immer drängender wird: Wie lassen sich lebenswerte, gesunde und klimaresiliente Stadträume, trotz Verdichtung, Hitzestress und wachsender sozialer Anforderungen, schaffen? Die Antwort darauf wurde in Frankfurt als gemeinsamer Auftrag formuliert: Stadtgrün muss stärker als zentrale Infrastruktur verstanden werden. Nicht als dekoratives Extra, sondern als Grundlage für Gesundheit, Begegnung, Teilhabe und Lebensqualität.
Der Kongress machte deutlich, wie vielfältig die Rolle urbaner Grünflächen heute ist. Parks, Stadtbäume, grüne Plätze und Freiräume sind Orte der Erholung, der Prävention und der sozialen Begegnung. Sie kühlen überhitzte Quartiere, schaffen Räume für Bewegung, fördern mentale Gesundheit und bringen Menschen im Alltag zusammen. Genau diese Bedeutung rückte der Bundeskongress in den Fokus: Grünflächen sollen künftig noch gezielter in die moderne Stadt- und Quartiersentwicklung eingebunden werden.
Neben Fachvorträgen bot der viertägige Kongress viel Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Ergänzt wurde das Programm durch eine Fachausstellung sowie Exkursionen zu ausgewählten Projekten in Frankfurt am Main. Damit verband die Veranstaltung fachliche Tiefe mit konkreten Einblicken in die Praxis und veranschaulichte, wie grüne Infrastruktur vor Ort gedacht, geplant und umgesetzt werden kann.
Besonders spannend war der interdisziplinäre Blick: Stadtgrün wurde nicht nur aus planerischer oder gestalterischer Perspektive betrachtet, sondern auch aus Sicht von Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit und kommunaler Umsetzung. Diskutiert wurde unter anderem, welchen Beitrag Grünräume zur Gesundheitsförderung leisten können, wie sie soziale Teilhabe stärken und wie sie gestaltet sein müssen, damit sie unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden und langfristig wirken.
Damit setzte der Bundeskongress 2026 ein klares Zeichen: Die grüne Stadt von morgen entsteht nicht nebenbei. Sie braucht Wissen, Haltung, Zusammenarbeit und den Mut, Grün als echten Wert zu begreifen – für das Klima, für die Gesundheit und für das soziale Miteinander.
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