4 | Aktuell Stabile Auftragssituation, weniger Erträge Nach drei Jahren Pandemie und über einem Jahr Ukrainekrieg sehen die GaLaBau-Mitgliedsbetriebe mit weniger Zuversicht in die Zukunft als im Frühjahr vor einem Jahr. Materialknappheit bei gleichzeitig steigenden Preisen für Baumaterialien, Pflanzen, Energie und steigender Inflation mindern die Unternehmenserlöse. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2023 des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). Ergebnisse der BGL-Frühjahrsumfrage M it 589 Unternehmen nahmen 13,5 Prozent der Mitgliedsbetriebe (2022: 400 Betriebe) an der dies- jährigen BGL-Frühjahrsumfrage „Wir befinden uns in einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation, die leider auch die wirtschaftlichen Entwicklungen im GaLaBau aktuell erkennbar bremst“, so BGL-Präsident Lutze von Wurmb. „Gleichzeitig könnten in den nächs- ten Jahren mehrere Milliarden Euro Fördergelder in grüne Stadtentwicklung in Deutschland fließen – wenn die Politik nun ihren ambitionierten Ankündigungen auch wirksame Maßnahmen folgen lässt. Dies wäre eine große Chance für die Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner.“ Foto: Paul-Phillipp Braun/BGL Anzeige teil. Sie gibt turnusmäßig Ein- blick in die Stimmungslage, Auftrags- und Erlössituation der über 4.200 Mitglieder der 12 Landesverbände des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus in Deutschland, die 60 Prozent des Branchenumsatzes erwirt- schaften. Nur noch 68 Prozent von ihnen beurteilen ihre gegen- wärtige Geschäftslage mit „gut“ (2022: 80 Prozent), während 29,2 Prozent „befriedigend“ sagen (2022: 18,2 Prozent) und 2,9 Prozent sogar „schlecht“ (2022: 1,6 Prozent). Gleichzeitig sank der Auftragsbestand beim Neu- bau von 25 Wochen im Vorjahr auf 21 Wochen, bei der Pflege von 19 auf 18 Wochen. Damit ist die Auftragslage jedoch besser als vor der Pandemie (2019 im Herbst: 11 Wochen Pflege und 17 Wochen Neubau). Sinkende Erträge Zwar entsprechen für 50 Pro- zent der Unternehmer*innen die aktuellen Erträge noch ihren Erwartungen (2022: 53 Prozent). Die andere Hälfte bewertet die aktuelle Ertrags- und Gewinnsitu- ation jedoch mit „verbesserungs- fähig“ (43,1 Prozent) oder sogar „unbefriedigend“ (6,8 Prozent). Im Frühjahr 2021, ein Jahr vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, sagten beides zusammen nur 30 Prozent. Stichwort „Preise“: Hier geben die Befragten an, dass sie im Ver- gleich zum Vorjahr deutlich sel- tener höhere Preise erzielen – im Einzelnen: • im Privatgarten: 66,4 Prozent „höher“ (2022: Prozent), • bei Gewerbe- und Industrie- Aufträgen: 52 Prozent (2022: 65 Prozent) • und beim öffentlichen Grün: nur noch 45 Prozent (2022: 62 Prozent). Branchen-Aussichten und betriebliche Perspektive Im Vergleich zum Frühjahr 2022 zeigen sich die Betriebe auf die Frage nach den Zukunftsaussich- ten der Branche skeptischer – sowohl im aktuellen Jahr als auch für die nächsten fünf Jahre: So bewerten nur noch 64,8 Prozent diese mit den Schulnoten 1 und 2 (2022: 77,2 Prozent). Dafür ver- geben 9,5 Prozent die Noten 4 bis 6 (2022: 5,8 Prozent). Bei den kurzfristigen betriebli- chen Aussichten für die nächsten sechs Monate gibt es ein besseres Stimmungsbild: Hier erwarten 6,8 Prozent für 2023 günstigere Ent- wicklungen als 2022 (9,2 Prozent). Gleichzeitig sagen aber sogar 77,3 Prozent „gleichbleibend“ (2022: 70,2 Prozent) und nur 16 Prozent erwarten, dass sich die Geschäfte für ihren Betrieb ungünstiger entwickeln als im Vorjahr (2022: 20,6 Prozent). Beim langfristigen unternehmerischen Blick auf die nächsten fünf Jahre trübt sich das Bild: Hier vergaben noch 53,6 Prozent die Schulnoten 1 und 2 (2022: 58,8 Prozent); 43,8 Prozent benoteten mit 3 oder 4 (2022: 39,3 Prozent) – eine 5 oder 6 vergaben mit 2,6 Prozent ähnlich wenige wie im Vorjahr (2 Prozent). Landschaft Bauen & Gestalten · 6/2023